Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk

Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk e.V.

Das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk e.V. vereint mit der Tolstoi-Bibliothek und der Sozialberatung zwei verschiedene Einrichtungen zur sozialen und kulturellen Betreuung der in Deutschland lebenden russischsprachigen Menschen unabhängig von Nationalität oder Konfession. Der Verein ist Mitglied im PARITÄTISCHEN und besitzt den Status der Gemeinnützigkeit.
Die Sozialberatung unterstützt seit 1993 russische Emigranten und Zuwanderer bei einer raschen und problemlosen Integration.
Mit Hilfe der Tolstoi-Bibliothek wird ihre kulturelle Identität bewahrt. Bereits 1963 übernahm das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk e.V. die Trägerschaft für die Tolstoi-Bibliothek in München, um die in Deutschland lebende russischsprachige Bevölkerungsgruppe auch kulturell betreuen zu können. Zu diesem Zweck wurden in mehreren deutschen Städten Bibliotheksfilialen gegründet und der Direktversand von Büchern eingerichtet. Heute ist die Tolstoi-Bibliothek ein Forum der Begegnung zwischen Nichtrussen und russischsprachigen Zuwanderern

Historie des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk e.V.

1947 begann die amerikanische Tolstoy-Foundation Inc. ihre Tätigkeit in Deutschland. 1956 wurde die Tolstoy-Foundation e.V. in Deutschland gegründet und 1972 in „Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk e.V.“ unbenannt.
Die Tolstoy-Foundation hatte nach Kriegsende in Deutschland rund 75.000 "diplaced persons" russischer Herkunft registriert. Diese "heimatlosen Ausländer" – Vertriebene, ehemalige Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter – galt es vor Zwangsrepatriierung in die Sowjetunion Stalins und der Verurteilung zu Straflager oder Tod zu schützen. Die überwiegende Zahl konnte mit Hilfe von Bürgschaften nach Übersee auswandern, den anderen gelang mit Hilfe des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerks die Integration in Deutschland. 1979 wurde das so genannte Weiterwanderungsprogramm auf nichtrussische Flüchtlinge ausgedehnt und die gemeinsamen Büros des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerks und der Tolstoy-Foundation berieten jährlich rund 1000 Flüchtlinge für die Auswanderung in die USA, nach Kanada und andere Aufnahmeländer.
Von 1979 bis 1992 wanderten unter diesem Programm 6.876 Personen in diese Länder weiter.

Aktuelle Aufgaben und Ziele

Nach Ende des US-Weiterwanderungsprogramms für Osteuropäer und dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 wurde die Erhaltung und Förderung der Tolstoi-Bibliothek zur Hauptaufgabe des Vereins. 1993 wurde zusätzlich eine russische Sozialberatung eingerichtet, um den Beratungsbedarf der vermehrt zuziehenden russischsprachigen Menschen abdecken zu können.
Nach der weiteren Öffnung der Grenzen nach Osteuropa gilt es nun, den Bedürfnissen der erweiterten europäischen Gemeinschaft Rechnung zu tragen und sich auf neue russischsprachige EU-Bürger, wie etwa aus dem Baltikum, einzustellen.

Altenheime des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk

1959 wurde in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Hilfswerk in Hessen und Nassau ein Altenheim in Darmstadt gebaut und damit Heimplätze für russischsprachige Senioren geschaffen.
1964 konnte in Partnerschaft mit der Hilfswerk-Siedlung ein Alterswohnheim in Berlin-Zehlendorf für russische Bewohner fertiggestellt werden.